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Mousographs #198 “Dating a Lamppost”

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“Dating a Lamppost”:

I have always profoundly disliked some of nature’s ways. Survival of the fittest, winner takes all, last one is a rotten egg – that sort of thing.

I remember a documentary about an albatros who flew thousands of miles through wind and rain to reach a particular island which for some strange reason was the only place in the whole wide world where albatros ladies are available for you know what. The albatros, who was an elderly gentleman, had no way of staying home and taking care of his stamp collection or enjoying his garden. The call of nature, not heeding good measure or the advice of the bird’s doctors, obliged him to go on this journey. But against all odds, puffing and panting from the exertion, the albatros reached his destination only to find that the ladies were not interested. Tough luck. After lots of mating business going on around him, the other birds finally flew away, leaving the poor fellow on his rock. The camera caught him looking right and left and up and down, until he placed his head on the ground and died. I was a kid when I watched this programme, and you may guess that I was outraged at nature’s lack of decency and compassion.

Today, I’m not a kid anymore, and my acquired knowledge has successfully corrupted a good part of my former intuition about what is right and wrong. Yes, nature has reasons to be cruel and uncivilized; science tells us all about it. But nature is a machine. It doesn’t know you or me, and its understanding of love and beauty is limited to their chemical aspects, which in turn are only relevant to have it on with the albatros ladies.

Fortunately, nature’s voice is not the only one we listen to, and we have developed needs that go much further than albatros ladies, like, for instance – well, anyway, many other things. Therefore, I am glad to say that our civilization no longer accepts nature’s primitive urges. We are not competitors, we are family (you know the song), and there are positively no dating challenges involving a lamppost.

“Rendezvous mit einem Laternenpfahl”:

Manche Regeln der Natur sind mir schon immer unsympathisch gewesen: Überleben der Stärkeren, Sieger bekommt alles, Letzter im Ziel ist eine Furzpflaume, solche Sachen.

Ich erinnere mich an einen Dokumentarfilm über einen Albatros, der Tausende Kilometer durch Wind und Regen flog, um eine bestimmte Insel zu erreichen, die aus irgendwelchen Gründen der einzige Ort in der Welt ist, wo die Albatrosdamen Ja sagen. Der Albatros, der schon ein älterer Herr war, konnte es sich nicht aussuchen, lieber zuhause zu bleiben, seine Briefmarken zu sortieren oder die Rosen im Garten zu schneiden. Der Ruf der Natur, maßlos wie immer und ohne Rücksicht auf ärztlichen Rat, nötigte ihn, sich auf die beschwerliche Reise zu begeben. Doch der Albatros schaffte es. Fix und fertig erreichte er das Ziel, aber nur, um festzustellen, dass die Damen an ihm nicht interessiert waren. Mist. Da saß er also, während um ihn herum die Post abging, bis alle Vögel schließlich wieder fort flogen, nur er nicht. Ganz allein blieb der arme Kerl auf seinem Felsen zurück. Die Kamera zeigte, wie er nach links und nach rechts blickte. Schließlich legte er seinen Kopf auf den Fels und starb. Ich war ein Kind, als ich diesen Film sah, und man wird sich meine gerechte Empörung vorstellen können, einen unbändigen Zorn auf die Kaltschnäuzigkeit und Gemeinheit der Natur.

Heute bin ich kein Kind mehr, und der zwischenzeitliche Zugewinn meines Wissens hat einen guten Teil meines früheren Gerechtigkeitsempfindens verdorben. Ja, die Natur hat Gründe, grausam und unzivilisiert zu sein; die Wissenschaft hat es uns erklärt. Aber die Natur ist eine Maschine. Sie kennt nicht mich oder dich, und ihr Verständnis von Liebe oder Schönheit ist auf ein paar chemische Formeln beschränkt, die letztlich wieder nur den Zweck verfolgen, es mit den Albatrosdamen zu treiben.

Zum Glück ist die Stimme der Natur nicht die einzige, auf die wir hören. Wir haben zahlreiche Bedürfnisse entwickelt, die über das Bespringen von Albatrosdamen weit hinausreichen, wie zum Beispiel – na ja, jedenfalls sind sie zahlreich. Darum freue ich mich, festzustellen, dass unsere Zivilisation den stumpfen Trieben der Natur heute nicht mehr ausgeliefert ist. Wir sind keine Rivalen, sondern Family (wie in dem bekannten Lied), und niemand muss sich der Herausforderung stellen, wenigstens ein Date mit einem Laternenpfahl hinzubekommen.

This Post Has One Comment

  1. Jörnis

    That’s genius 😂

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